Einen etwas glücklichen, aber am Ende nicht unverdienten Auswärtssieg fuhr unser Team am Sonntag beim Aufsteiger in Büßleben ein, die die letzten vier Spiele allesamt gewonnen hatten. Wie schon im Hinspiel hatten die Blau-Weißen durchaus ihre Chancen und hätten eigentlich in Führung gehen müssen, am Ende hieß es aber wieder 2:1 für unsere Farben. Büßleben hatte bislang noch kein Heimspiel in der Rückrunde verloren und machte auch bei diesem Duell von Beginn an ordentlich Druck. Mehrere Ecken und Freistöße flogen in unseren Strafraum, die aber mit vereinten Kräften geklärt werden konnten. Unser Keeper Florian Gath, der den verletzten Julien Patzer würdig vertrat, hatte alle Hände voll zu tun. Er strahlte aber viel Ruhe aus, ließ sich von den teils aggressiven Fans hinter seinem Tor in der ersten Halbzeit nicht verunsichern und war immer zur Stelle, wenn es nötig wurde. Bereits nach zehn Minuten brachen die Gastgeber durch unsere Abwehr durch und marschierten zu zweit auf unser Gehäuse zu. Anstatt selbst abzuschließen, sah Büßlebens Angreifer seinen Nebenmann Meyer, der etwas überrascht vom Querpass war und am ausgefahrenen Bein von Gath scheiterte, der den Ball über den Kasten lenkte. Die Hausherren rauften sich die Haare, alle Preußen atmeten kollektiv durch. Man merkte, dass die Heimelf unbedingt weitere Punkte im Abstiegskampf holen wollte, sie ließ unserer Mannschaft erstmal keine Luft zur Befreiung. Erst nach 25 Minuten konnten sich unsere Preußen frei schwimmen und hatten durch Schack die erste Chance. Den scharfen Freistoß holte Geißler mit einer starken Parade aus dem Winkel, kurz danach strich ein Schuss unseres Zehners über das Tor. Dann kam die Truppe von Trainer Löwentraut wieder in den Angriff und forderte Elfmeter bei einem Kontakt gegen Tschirschky, den Schiedsrichter Bohlig aber verwehrte, so dass er auf dem Weg zum Pausentee vehement von einigen Zuschauern bedrängt wurde. Sie hatten ein klares Vergehen unserer Abwehr gesehen, während manch Preußen-Fan von einer Schwalbe des Angreifers sprach. Im Nachgang im Gespräch mit der Presse erklärte er selbst, dass es für einen Elfmeter zu wenig war. Stattdessen pfiff der Unparteiische viele Kleinigkeiten und gab erstmal nur Gelbe Karten für uns, was wiederum die zahlreichen Preußen-Fans erzürnte, so dass die Platzordner sich genötigt fühlten, unsere Anhänger ein paar Meter von der Auswechselbank ihres Teams zu verscheuchen. Nicht nur wegen der Temperaturen entwickelte sich ein hitziger Nachmittag, dessen Highlight aus unserer Sicht kurz vor der Halbzeit passierte. Finn Harbauer fasste sich ein Herz und zog aus 20 Metern einfach mal ab. Und die Kugel passte genau in den rechten oberen Winkel, so dass sich der ansonsten wenig geforderte Schlussmann Geißler vergeblich streckte. Die Preußen-Fans fühlten sich erinnert an das Pokalspiel vor sieben Jahren, als Tim Müller von der gleichen Stelle abzog und das Ding an derselben Stelle des Büßleber Tores versenkte. Damals war es der Ausgleich, nun die etwas schmeichelhafte Führung für unser Team, denn kurz danach setzte der Gegner noch einen Freistoß auf die Torlatte und verbuchte ein Chancenplus zur Halbzeit, so dass die Heimischen doch etwas frustriert in die Kabine stiefelten.
Nachdem sich die Gemüter wieder beruhigt hatten, ging der zweite Abschnitt erstmal unspektakulär los. Nach einer knappen Stunde Spielzeit segelte dann eine weite Ecke in den Büßleber Strafraum. Der Ball kam vom zweiten Pfosten von Fernschild zurück in die Mitte, wo Leon Schleip goldrichtig stand und das 2:0 volley besorgte. Das war eine gute halbe Stunde vor dem Ende natürlich beruhigend für alle Preußen, trotzdem blieb das Team vom Peterbach weiterhin aktiv und versuchte, den Anschlusstreffer zu erzielen. Jedoch hielt unsere Formation energisch dagegen und verteidigte leidenschaftlich. Schleip hatte nach einem Konter die Entscheidung zum dritten Treffer auf dem Fuß, umkurvte Geißler, scheiterte aber am Gegenspieler auf der Torlinie, weshalb es noch etwas spannend blieb. Den heimischen Mannen gingen aber langsam die Puste und die Ideen aus, unsere Jungs konnten die Vorstöße gut verteidigen und zeigten einen beherzten Einsatz. Leider musste unser Schlussmann bei der letzten Aktion des Spiels doch noch hinter sich greifen, was ihn mächtig ärgerte. Ein Freistoß von der linken Seite wurde durch Heymels Scheitel ins Netz gelenkt, danach pfiff der Unparteiische direkt ab und die drei Punkte wanderten auf unser Konto, wodurch wir nunmehr Platz 8 in der Tabelle einnehmen. Der nächste Gegner aus Neustadt/Orla besiegte Geratal mit 4:0, wird am Samstag im Heimspiel also eine harte Nuss.
Tore: 0:1 Harbauer (44.), 0:2 Schleip (61.), 1:2 Heymel (90.+5)
Zuschauer: 153
Preußen: Gath, Linz, Dolzer, Noak, Johannes, Fernschild, Dietrich (83. Meißner), Schack (90.+2 Mönchgesang), Rösener (82. Aliyev), Harbauer (74. Weißenborn), Schleip (90. Engel)
weiter im Kader: Jordan