Natürlich hilft der Punkt beim Remis in Gera den Preußen deutlich mehr als den Gastgebern. Aber es war, bei allem Respekt vor den Gastgebern, wohl noch nie so einfach möglich gewesen, einen Dreier vom Steg zu entführen. Den hatte unsere Mannschaft aber aufgrund eines wenig inspirierendes Auftrittes auch nicht verdient. Die Wismut war von Beginn an äußerst defensiv eingestellt. Preußen mit deutlich mehr Ballbesitz und die Gastgeber, vor 125 Zuschauern (davon ca. 30 aus der Kur- und Rosenstadt), zogen sich bis hinter die Mittellinie zurück und verzichteten auf jegliches Offensivpressing auf dem fingerhohen Grün, welches wohl länger keinen Radenmäher zu Gesicht bekam. Irgendwie war auch schon in Minute 1 die Luft raus, der Ball musste gleich zu Beginn getauscht werden. Schack für Preußen und Schubert für Wismut probierten es zu Beginn erfolglos aus der Distanz, ansonsten viel Leerlauf. Als Pawlak volley aus zwölf Metern drüber donnerte, ging es im Gegenzug schnell. Nori ging steil über rechts, seine Eingabe wurde nur unzureichend geklärt und Haupt knallte die Kugel in der 32. Minute aus elf Metern ins Netz. Patzer war chancenlos und die Abwehrreihe zu schlampig. Kurz vor dem Wechsel Noak mit dem Abschluss vom Sechzehner, Tauscher rettete für seinen geschlagenen Keeper auf der Linie. Zur Halbzeit war es ernüchternd, gegen einen schwachen Gegner zurückzuliegen.
Halbzeit Zwei spielte sich fast ausschließlich in der Wismut-Hälfte ab. Die Gastgeber spielten noch defensiver und wollten irgendwie den knappen Vorsprung über die Zeit bringen. Noaks abgefälschten Ball konnte Haase halten, aber alle anderen Versuche von zweimal Schack und Aliyev (Kopfball aus zwei Metern) gingen neben den Kasten. Es war irgendwie nicht der Tag der Preußen, alles viel zu ungenau, einfache Pässe ins Seiten- oder Toraus, es sah zeitweise nach einem Kreisliga-Kick aus. Den einzigen gefährlich vorgetragenen Wismut-Angriff brachte Schubert zum Abschluss, aber Patzer warf sich dazwischen und konnte klären. Auch hier im Gegenzug der Treffer auf der anderen Seite. Eine lange Ecke findet am langen Pfosten den ungedeckten Fernschild, der volley vollendet (77.). Zweimal noch kommt Schack zum Abschluss, verzieht aber denkbar knapp, von der Wismut kam nichts mehr. Trotzdem zeigte sich Trainer Wirth resigniert, erst mit den Einwechslungen von Engel und Fernschild kamen die nötigen Emotionen auf den Platz. Einen derart verunsicherten Gegner muss man eigentlich bezwingen. Trotz allem sind die 30 Punkte voll und die sollen am Donnerstagabend gegen den FSV Schleiz ausgebaut werden.
Tore: 1:0 Haupt (32.), 1:1 Fernschild (77.)
Zuschauer: 125
Preußen: Patzer, Noak, Dolzer, Meißner, Linz (57. Engel), Rösener, Pawlak (60. Fernschild), Dietrich, Schack, Weißenborn (70. Aliyev), Schleip
weiter im Kader: Gath, Johannes
Foto: Björn Roddeck