Fühlte sich das Auswärtsspiel in Jena vorige Woche bereits wie im Märchen an, gab es am Samstag im Heimauftritt gegen Neustadt/Orla die Fortsetzung. Mit einem deutlichen 4:1 besiegte unser Team den bisherigen Tabellenfünften und nimmt nun selbst diese Tabellenposition ein. So ist das eben im Fußball. Erst triffst du drei Spiele lang gar nicht die Kiste, dann erzielst du sieben Tore gegen höher platzierte Truppen. Wobei die Anfangsphase eigentlich den Gästen aus Neustadt gehörte, welche mehrere Freistöße und Ecken zugesprochen bekamen. Daraus schlug der Gegner jedoch kein Kapital und musste stattdessen den Rückstand verkraften. Ein platzierter Pass von Harbauer in die Spitze kam zum emsigen Schleip, welcher flach in die Mitte legte und hier lauerte Zopf, der noch euphorisiert von seinem ersten Tor im Preußen-Dress am vergangenen Samstag war. Er behauptete die Kugel souverän und schlenzte den Ball am Neustädter Schlussmann vorbei zum 1:0. Das war Balsam für die Seele und eine Viertelstunde später wuchs die Freude. Noak holte einen eigentlich schon verlorenen Ball am Strafraumeck zurück, schwenkte nach innen und schob ihn weiter auf Dietrich. Unser Sechser ist ansonsten nicht unbedingt als Goalgetter bekannt, hier bewies er aber Mittelstürmerqualität und versenkte das Spielgerät völlig allein gelassen von der Neustädter Defensive zum 2:0. Dann versuchte es unser etatmäßiger Knipser, der zwar viel arbeitete, aber erneut blieb ihm ein Torerfolg verwehrt. Nach 33 Minuten hatte sich Schleip energisch durchgetankt, versuchte es aus spitzem Winkel jedoch selbst, anstatt in den Rückraum zu legen. Dennoch war unsere Elf nun deutlich präsenter und ließ sich von dem einen oder anderen Neustädter Angriff nicht beeindrucken. Stattdessen gelang unseren Preußen gar der dritte Treffer. Nach einem abgewehrten Eckball nahm Harbauer das Leder mit vollem Risiko und donnerte das Ding mit links in den Winkel. Bei diesem Spielstand kurz vor der Halbzeit klappt das eben auch noch, bei einem Rückstand wäre der Schuss vermutlich sonst wo gelandet. Und Schleip hatte noch einen Kopfball-Riesen, das wäre des Guten aber zu viel gewesen. Wie auch immer, mit einem 3:0 zur Halbzeit hatten wohl die wenigsten Zuschauer gerechnet.
Entsprechend mutig musste der Gast nach dem Seitenwechsel sein und kam mit einem Dreifachwechsel aus der Kabine. Und das brachte gleich Schwung ins Neustädter Offensivspiel, denn nach fünf Minuten klingelte es im Kasten unseres Keepers. Gegen den Abschluss von Engler aus Nahdistanz konnte Patzer nichts entgegensetzen, zuvor hatten sich die Blau-Weißen auf die Grundlinie durchgespielt. Nun war einige Anspannung bei unserer Mannschaft zu spüren, doch unsere Jungs hielten weiterhin ordentlich dagegen. Dabei handelten sie sich zwar die eine oder andere gelbe Karte ein, wobei die sicher leitendende Schiedsrichterin Panetta die Verwarnungen zwar relativ willkürlich auf beiden Seiten verteilte, sich aber ansonsten auf keine Diskussionen einließ. Es schien, dass hier nichts mehr anbrennt, außer vielleicht die eine oder andere Bratwurst auf dem Rost. Ganz im Gegenteil wäre auf dem weichen Rasenplatz beinahe fühzeitig der vierte Treffer gelungen. Fast unterlief dem Gast ein Eigentor und Schleip lief kurz danach zielstrebig auf den Torwart zu, welcher den Abschluss aber in höchster Not zur Ecke lenkte. Unser 9er hat derzeit ein wenig die Sch… am Fuß. Eine Viertelstunde vor Schluss war die Partie dann aber bereits entschieden. Zopf bekam den Ball an der Mittellinie, spielte mehrere Doppelpässe mit dem Gegner und stand plötzlich frei vor Paul. Wenn es einmal läuft, dann läuft es richtig und so versenkte unser Siebener das Ding inklusive umkurven des Torwarts zum zweiten Mal. Die Gäste hatten nur noch einen Freistoß über das Tor und einen wegen Handspiel abgepfiffenen Treffer zu verzeichnen, ansonsten spielte unser Team kontrolliert bis zum Ende weiter und feierte drei weitere sensationelle Punkte. So kann es nächste Woche in Bad Frankenhausen gern weitergehen, auch wenn Demut eine gute Eigenschaft ist.
Tore: 1:0 Zopf (7.), 2:0 Dietrich (22.), 3:0 Harbauer (40.), 3:1 Engler (53.), 4:1 Zopf (75.)
Zuschauer: 87
Preußen: Patzer, Pietsch, Linz, Noak (90. Seifert), Dolzer, Rösener, Dietrich, Schack (86. Engel), Harbauer (77. Weißenborn), Zopf (81. Fernschild), Schleip (89. Aliyev)
weiter im Kader: Schott