Bei 35 Grad im Gerataler Glutkessel ging es für die beiden derzeitigen Thüringenliga-Dinos darum, den Saisonstart zu veredeln. Geratal in zwei Spielen unbesiegt und die Preußen nach dem Heimsieg gegen Suhl mit dem Willen auf weitere Zähler. Aber die komplette Innenverteidigung mit Dolzer, Harnisch und Johannes stand nicht zur Verfügung, Thomas Wirth musste defensiv improvisieren.
Das zeigte sich gleich zu Beginn, nach Reykowski-Ecke wird der Ball unzureichend geklärt und Routinier Wollenschläger nimmt das Ding vom Sechzehner auf den Schlappen und netzt zur frühen Führung in der 9. Minute ein. Das machte es doppelt schwer bei den hohen Temperaturen. Beide Mannschaften neutralisierten sich im Mittelfeld und ließen kaum etwas zu. Als Harbauer erstmals auf Links durch war und Kubitza ihn mit der ersten Gelben Karte im Spiel stoppte, legte Schack den Freistoß gefühlvoll auf den Kopf von Schleip, der verlängerte ins lange Eck zum Ausgleich nach 36 Minuten.
Die Schlussminuten im bis zur Halbzeit wurden richtig wild. Reykowski mit tollem Freistoß und Patzer kratzt das Ding aus dem Winkel. Weißenborn hätte es auf der Gegenseite gleich tun können. Er platzierte seinen Kopfball nach präziser Flanke von Harbauer ins Eck, doch Parlesak schlug die Kugel von der Linie. Geratals Führung vereitelte nochmals Patzer mit einer Riesentat. Kirchner setzte sich stark durch und stand aus elf Metern frei vor dem Tor, Patzer holte den Ball aber gedankenschnell aus dem unteren Eck und es blieb beim 1:1 zur Pause.
Aus der kamen die Preußen besser. Dietrich kam frei zum Abschluss, doch er hat derzeit kein Schussglück. Beide Teams neutralisierten sich, kaum Abschlüsse, die Preußen-Abwehr um Pietsch und Noak stand sicher. Die letzten fünf Minuten wurden nochmal hochinteressant. Ein direkter Freistoß von Schack rasierte die Lattenoberkante. Mit der besten Kombination des gesamten Spiels zwei Minuten vor dem Ende, hätte Geratal den Sack zumachen können. Beck wurde mit doppeltem Doppelpass komplett freigespielt, scheiterte aber wiederum am überragenden Patzer.
Und so läuft dann Fußball, Schleip setzt Zopf ein, der sich stark gegen Glatz durchsetzt. Sein Ball landet am Pfosten und den Abpraller versenkt Rösener in der 88. Minute im Tor. Riesenjubel bei Mannschaft und den wieder gut 40 mitgereisten Fans. Man musste noch einen zentralen Reykowski-Freistoß nach einer krassen Fehlentscheidung des ansonsten guten Schiedsrichters Bohlig aus Meiningen überstehen, er legte den Ball aber über die Latte. Schlusspfiff und am Ende ein glücklicher Auswärtsdreier, für den man sich aber weder entschuldigen muss, noch kam er aus heiterem Himmel. Es war ein Remis-Spiel, bei dem am Ende das Matchglück ein weißes Trikot an hatte. Sei es drum, nächste Woche geht es zum Pokalspiel nach Herpf, dort wartet wiederum eine sehr unangenehme Aufgabe auf unsere Mannschaft.
Tore: 1:0 Wollenschläger (9.), 1:1 Schleip (36.). 1:2 Rösener (88.)
Zuschauer: 65
Preußen: Patzer, Rösener, Pietsch, Noak, Linz, Dietrich (65. Zopf), Schack, Fernschild (83. Pawlak), Weißenborn (74. Aliyev), Harbauer (83. Engel), Schleip
weiter im Kader: Gath, Bosch, Eichentopf