Im Vorfeld des Geisterspiels auf dem Kunstrasenplatz des Albert-Kuntz-Sportparks wurde viel über die sportlichen Auswirkungen dieser Maßnahme diskutiert. Im Nachgang muss man sagen, dass es unserer Mannschaft wohl in die Karten gespielt hat, dass die gespenstische Atmosphäre keine Emotionen von außen aufs Feld transportieren konnte. Einige Dutzend Wacker-Anhänger verfolgten das Geschehen von außerhalb des Stadions, es blieb aber alles ohne besondere Vorkommnisse.
Beide Mannschaften wussten um die Wichtigkeit, nach den Ergebnissen vom Samstag ergab sich für unsere Elf die Chance, wieder in die obere Tabellenhälfte zu rücken. Für die gesperrten Meißner und Schleip rückten Engel und Jordan in die Startelf, aufgrund weiterer Ausfälle von Fernschild, Weißenborn, Harnisch, Kvietok, Biniok und Seifert kamen erstmals A-Junior Bosch und Schirrmeister aus der II. Mannschaft in den Spieltagskader. Dietrich hatte die Spezialaufgabe, Schwerdt aus dem Spiel zu nehmen und machte dies über neunzig Minuten hervorragend. Der hessische Schiedsrichter Nasr blieb ohne Fehl und Tadel, einzig die beiden Assistenten lagen bei manchen Abseitssituationen daneben. Los ging es mit vorsichtigem Abtasten, keiner wollte einen Fehler machen. Immer wieder konnte Preußen über rechts Lücken finden, Engel und Rösener machten es hier immer wieder gut, zwei Rösener Eingaben wurden nur knapp in der Zentrale verpasst, da merkte man das Fehlen des Mittelstürmers, auch wenn Aliyev in vorderster Front sehr gut Bälle fest machte und seine Mitspieler einsetzte. Rösener setzte volley mit der ersten dicken Gelegenheit den Ball knapp neben den Pfosten, ehe Schlesier für Wacker gleich dreimal in zehn Minuten die Führung verpasste. Seine Abschlüsse frei vor Patzer wurden von unserem sicheren Keeper stark pariert. Kurz vor der Halbzeit verpasste Jordan knapp die Führung nach Dolzer-Eingabe und Dietrich fand aus sieben Metern in Keeper Treiber seinen Meister, der den Ball mit einer Glanztat aus der unteren Ecke fischte. Eine Preußen-Führung zur Halbzeit wäre durchaus verdient gewesen.
Die fiel nur eine Minute nach dem Anstoß zur zweiten Hälfte. Einen Schack-Freistoß klärte Treiber zur Ecke, diese nahm Schack aus dem Rückraum direkt, leicht abgefälscht landete das Ding in der langen Ecke zur Preußen-Führung. Wacker antwortete mit seiner besten Phase. Sie drückten nun mit mehr Risiko in der Vorwärtsbewegung Preußen an den eigenen Strafraum. Man verteidigte aber im Verbund sehr körperlich, als Emmermann zweimal allein vor Patzer auftauchte, holte Linz beide Male die Monstergrätsche raus und blockte zur Ecke. Ärgerlich waren die vielen Standards um den Sechzehner, immer wieder flogen diese von Stix in die Box, doch Dolzer, Johannes und Noak konnten alles rausköpfen bzw. holte Patzer vieles aus der Luft sicher runter. Preußen befreite sich aber immer besser aus der Umklammerung und kreierte beste Chancen zum Ausbau der Führung. Dreimal in einer Situation kamen Schack, Dietrich und Jordan nicht am überragend hechtenden Treiber vorbei, der eingewechselte Harbauer scheiterte einmal um Zentimeter, ein weiteres Mal knallte er den Ball von Innenpfosten zu Innenpfosten, den rausspringenden Ball setzte Johannes aus drei Metern über den Kasten, die sechs genehmigten vor Ort mit fiebernden Preußen-Anhänger rauften sich die Haare, es wäre zehn Minuten vor dem Ende die Entscheidung gewesen. So musste man bis zum Schluss zittern und insgesamt fünf Nachspielminuten überstehen, bis man diesen so wichtigen Auswärtsdreier feiern konnte. Zu seinem Debüt im Trikot der Ersten kam Leonard Bosch, der, vor der Saison aus Nordhausen kommend, als A-Junior einen tollen Einstand an alter Wirkungsstätte feierte. Trainer Thomas Wirth fand die Mentalität der Mannschaft überragend, jeder ließ sein Herz auf dem Platz. Jetzt freuen wir uns auf das Freitagabend-Spiel gegen den 1. FC Eichsfeld, wo man den Bock gegen eine Top-5-Mannschaft umstoßen möchte und in den Platz in der oberen Tabellenhälfte verteidigen möchte.
Tor: 0:1 Schack (47.)
Zuschauer: 20
Preußen: Patzer, Engel (68. Johannes), Dolzer, Noak, Linz, Rösener, Pawlak, Dietrich, Jordan (84. Bosch), Schack, Aliyev (63. Harbauer)
weiter im Kader: Gath, Schirrmeister