Es gibt keine unwichtigen Siege, aber der geht schon in die Kategorie besonders wertvoll. Unter Flutlicht am Donnerstagabend entführte unsere Mannschaft im Nachholer des 13. Spieltags alle drei Zähler aus Geraberg. Und das absolut verdient, denn die Gastgeber, nur zwei Zähler weniger in der Tabelle stehend, kamen außer bei Standards kaum einmal gefährlich vor den Kasten von Patzer. Zu Beginn merkte man jedoch die Nervosität bei unseren Mannen. Nach vier Minuten musste Patzer all seine Länge auspacken, um einen direkten Freistoß von Reykowski grandios aus dem Winkel zu kratzen. Spielerisch war es eine halbe Stunde lang überschaubar, Zweikämpfe im Mittelfeld zu gewinnen stand im Vordergrund. Schleip tastete sich mit einem Kopfball knapp über den Bradsch-Kasten schon mal heran. Als sich Aliyev und Schack über außen durchspielten, fand „Elle“ den blanken Rösener, der den Ball unter die Latte zur etwas überraschenden Preußen-Führung einnetzte. Das sorgte für eine breitere Brust und man konnte noch einmal nachwaschen. Einen Schack-Freistoß nahm Dolzer direkt, die Eingabe landete genau beim wiederum freien Rösener, der unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff zum enorm wichtigen 2:0 einschieben konnte.
Aber wie so häufig zuletzt, war die Viertelstunde nach der Pause die eigentliche Problemzone unserer Mannschaft. Geratal verstand es Druck aufzubauen und immer wieder gefährliche Standards um den Sechzehner herauszuholen. Weisheit knallte aus 20 Metern einen mit links an den Querbalken, das war eng (48.). Keine zwei Minuten später zog er wieder ab und die Kugel strich hauchzart über die Latte. Man überstand aber die Druckphase unbeschadet und kam mit guten Ballpassagen zurück ins Spiel. Als dann Meißner im Strafraum nach einer Ecke den zweiten Ball gekonnt ins lange Eck legte, hörte man die ersten „Auswärtssieg“-Rufe von den gut 50 mitgereisten Preußen-Anhängern. Als dann nur drei Minuten später Rodney mit seinem zweiten harten Einsteigen gegen Linz mit Gelb-Rot vom guten Schiedsrichter Gaudes bedacht wurde, sollte es das eigentlich gewesen sein. Mit einem Mann mehr brannte hinten nicht mehr viel an, es war insgesamt eine sehr reife Leistung unserer jungen Mannschaft. Trainer Thomas Wirth schwörte die Mannschaft nach dem Spiel ein auf die schwierigen nächsten Spiele, der nächste Auswärtsauftritt in Nordhausen wird nicht weniger brisant, zumal dort die wegen der 5. Gelben Karte fehlenden Meißner und Schleip ersetzt werden müssen.
Tore: 0:1 Rösener (36.), 0:2 Rösener (45.+1), 0:3 Meißner (65.)
Zuschauer: 100
Preußen: Patzer, Noak, Dolzer (74. Engel), Meißner, Rösener (68. Jordan), Pawlak (76. Johannes), Dietrich, Linz, Schack, Aliyev (58. Harbauer), Schleip
weiter im Kader: Gath