Was für eine Schlussphase. 86 Minuten lang sah es entsprechend des Wetters relativ trübe auf dem Feld im Heimspiel gegen den Aufsteiger aus Büßleben aus. Der eine oder andere Fan unter den überraschend zahlreichen gut 200 Zuschauern spekulierte schon auf einen torlosen Ausgang. Zu früh nach Hause ging aber niemand, was sich durchaus lohnte, zumindest als Anhänger des FSV Preußen. Bis zur dramatischen Schlussphase war eigentlich die erste Spielminute das Highlight der Partie. Viele der Anwesenden wunderten sich über die Preußen-Aufstellung, in welcher Fabrice Harnisch nach langer Verletzungspause zwar in der Startformation auftauchte, aber ungewohnt in orangener Spielkleidung auflief. Er hielt den Kasten 20 Sekunden lang sauber und wurde durch Florian Gath ersetzt, welcher wiederum den gesperrten Julien Patzer vertrat. Fußball für Feinschmecker war auf dem entsprechend der Witterung holprigen, aber trotzdem gut bespielbaren Rasenplatz nicht zu erwarten und wurde es auch nicht. Die Gäste gingen beherzt zu Werke und rückten unseren Jungs immer wieder auf die Pelle. Ein geordneter Spielaufbau wurde somit schwierig bis unmöglich. Wenn sich zaghafte Chancen ergaben, dann durch Ecken, Freistöße oder Einzelaktionen. Dass in dieser Begegnung Geduld gefragt sein würde, war eigentlich klar. Als Büßlebens Schlussmann Geißler an alter Wirkungsstätte kurz nach der Pause den heranstürmenden Schleip mit der Faust ins Gesicht abräumte, hatte Schiedsrichter Rübe womöglich eine innere Blockade. Andernfalls hätte er Elfmeter pfeifen müssen, was viele Außenstehende forderten und auch die Gäste teilweise zugaben. Ansonsten lieferte der hessische Unparteiische mit seinen jungen Assistenten aber eine solide Partie ab und blieb bis auf eine gelbe Karte im Siegestaumel unserer Elf ohne Verwarnungen, was durchaus bemerkenswert ist.
Die hartgesottenen Fans wurden lange auf die Folter gespannt, was zumindest den heimischen Anhängern nicht wirklich recht war. Einsetzender Nieselregen bei sieben Grad fabrizierte zudem nicht unbedingt bessere Laune. Die wenigen Abschlüsse der beiden Teams wurden größtenteils durch die energischen Abwehrreihen vereitelt, welche beide einen guten Job machten. Und so wäre ein 0:0 auch durchaus vertretbar gewesen, doch „Schacki“ holte urplötzlich den Hammer raus und versenkte die Kugel aus 25 Metern im Winkel (87.). Unser Team jubelte noch, da klingelte es postwendend zum Ausgleich. Eine weite Flanke landete auf dem Kopf von Heymel, der zum 1:1 einnickte und die Schar der Gästefans tatsächlich vom ersten Auswärtssieg in der Thüringenliga träumen ließ. Viel hat nicht gefehlt, denn Büßleben blieb am Drücker und war dicht dran am zweiten Treffer. Rösener schlug den Ball in höchster Not von der Linie, Kreisches Schuss wurde geblockt und eine Ecke in der Nachspielzeit landete auf dem Tornetz. Dadurch ergab sich aber eine letzte Konterchance für unsere Jungs, welche Schack einleitete und Schleip steil in die Spitze schickte. Er konnte sich gegen seinen Verfolger behaupten, schloss im richtigen Moment ab und legte das Leder flach mit rechts an Geißler vorbei in die lange Ecke. Riesiger Jubel bei den Preußen, denn auch wenn es spielerisch Magerkost blieb, machte sich die Geduld und das Vertrauen auf die größeren Kraftreserven bezahlt. Aber auch einen großen Respekt an die Gäste, welche uns alles abverlangt haben und mit solchen Leistungen auf jeden Fall die Klasse halten werden.
Für unsere Jungs stehen in Neustadt/Orla und Geratal nun zwei Auswärtsspiele an, wo der sechste Tabellenplatz (der uns im Vorfeld von Büßleben nicht zugetraut wurde) auf jeden Fall bestätigt werden soll. Gute Besserung wollen wir sagen an Büßlebens Richard Monecke, der kurz vor dem 1:0 unglücklich auf dem Boden aufkam und die aus seiner Sicht ohnehin schon ärgerliche Schlussphase an der Bande kauernd mit dem Warten auf den Krankenwagen verbrachte.
Tore: 1:0 Schack (87.), 1:1 Heymel (88.), 2:1 Schleip (90.+6)
Zuschauer: 200
Preußen: Harnisch (1. Gath), Linz, Dolzer, Noak, Rösener (89. Meißner), Aliyev (64. Fischer), Pawlak, Schack, Fernschild, Weißenborn (73. Harbauer), Schleip
weiter im Kader: Fitzner, Seifert, Engel